Über die Art Collection Schlichtner

Wir veröffentlichen  seit Anfang Juni 2020 digitale Ausstellungen und machen einmal im Jahr eine on-site Ausstellung. Wir zeigen Arbeiten von Künstler*innen unabhängig von deren Nationalität und Werke aus der Art Collection Schlichtner. Zweck der Web-Site ist es, Kunst zugänglicher zu machen. Kunst in Lagern gibt es schon genug. Es soll vermittelt werden, dass Kunst eine Ausdrucksform wie eine Sprache ist und dass viele Dinge nur auf diesem Wege gesagt werden können. Kunst spielt eine Vorreiterrolle bei der Formulierung wichtiger Themen und Anliegen.

Dieser Ort ist für Ausstellungen verschiedener Themen und Kunstgattungen offen.

Verstärkt widmet sich die Ausstellungsarbeit  aber der Kunst,  die in Bezug auf verschiedene Diskriminierungskategorien wie beispielsweise Geschlecht, Klasse und Rasse Stellung bezieht und jenen Arbeiten von Künstler*innen, die koloniale und patriarchale oder totalitäre und  neoliberale Herrschafts- und Wirtschaftssystem thematisieren. Kontextualisierung und Dekolonisierung sind dabei mögliche Herangehensweisen. Darüber hinaus sind Arbeiten, die sich mit dem Klimawandel, dem globalen Süden, dem westlichen Kunstkanon und Märkten wie den Kunstmarkt beschäftigen, interessante Ansatzpunkte. Das Selbstbild,  das Selbstbildnis und die reflexive Bezugnahme zu diesen Bildern sind ebenfalls wichtige aktuelle Themen.

Angehörigen marginalisierter und vulnerabler Gruppen wird Raum gegeben.

In den Ausstellungstexten soll es um verschiede Betrachtungsweisen hinsichtlich Kunst gehen. Es geht um das Spannungsfeld zwischen der persönlichen Aussage von Kunstschaffenden und um Kunst als Rezeptionsphänomen, aber auch um sozio-kulturelle, kunsthistorische und wissenschaftliche Aspekte.

Die digitalen Ausstellungen dauern in der Regel  ein bis zwei Monate. Die zu Ende gegangenen Ausstellungen kommen ins Archiv und bleiben dort weiterhin sichtbar.  Soziale Medien werden eingebunden. Alles erfolgt in Absprache mit den Kunstschaffenden und Fotoreproduktionsrechteinhaber*innen. Dahingehend gibt es auch eine Vereinbarung mit der Bildrecht GmbH.

Die Art Collection Schlichtner begann ihre Sammlertätigkeit im Jahr 2002 – mit dem Sammeln von Objekten und Arbeiten, die Künstler*innen in den öffentlichen Raum stellten. Bekanntschaften mit den Kunstschaffenden waren die Folge und vieles konnte so bewahrt werden. Viele dieser Arbeiten waren von Christian Eisenberger und sie bilden den Grundstein der Sammlung.  Ihm sind das Interesse an der Kunst und ein abgeschlossenes Kunstgeschichtestudium zu verdanken.  Streetart- und Graffitikünstler*innen standen anfangs im Fokus und Arbeiten von Keramik, Busk, Nychos, El Lasso, Die Made, Smurf, EmilOne, monochrom und C215 wurden in der Galerie Inoperable  angekauft. Später verlagerte sich das Interesse und die Sammlung wurde um Werke von Christian Eisenberger, Jonathan Meese, Begi Guggenheim, Amiko Kamikaze, les tardes goldscheyder, Stinkfish, Thomas Gegner, Margareta Klose, Arianna Ellero, Monika Böhme-Sauter, Martin Dickinger, Aklima Iqbal, Sagar Sarkar, Susan Lisbin, Alan Neider, Martin Grandits, Michael Maier und Gert Resinger erweitert. Zu bemerken ist, dass das Interesse immer schneller als die Sammlung ist. Deshalb gibt es auch die Ausstellungen. 

Andreas Schlichtner, Wien, ab Mai 2020.